Geschichtliches:
Archivmaterial aus dem Kreisheimatmuseum Luckenwalde
Der große Brand von Schönefeld:
21.04.1907
Bei dem Brandunglück, dass die Gemeinde Schönefeld am Montag betroffen
hat, fielen nacheinander zwölf Gehöfte, diejenigen der Besitzer
Nitsche, Stoof, Haase, Thiere, Ziegner, Ruhle, des Ortsvorstehers Schulze,
Friedrich, Brandenburger, Huschke, die Kirche, Lehmann und die Schulscheune.
Der neue massive Gasthof des Herrn Zwick blieb vom Feuer verschont, während
die Gebäude neben und hinter ihm ein Raub der Flammen wurden. Der entstandene
Sachschaden ist zwar größtenteils durch Versicherung gedeckt
- beteiligt sind die Preuß. Feuerwehrversicherung, die Greifswalder
und die Elbfelder Feuerversicherung sowie die Landesfeuersozietät -
doch ist der Verlust trotzdem ein großer. Bei den Rettungsarbeiten
ereignete sich leider ein schwerer Unglücksfall. Einem Soldaten des
Eisenbahnregiments, der sich wacker an den Lösch- und Bergungsarbeiten
beteiligte, fuhr eine Stichflamme ins Gesicht und verbrannte die Augen so
schwer, dass das Augenlicht verloren sein dürfte. Der Verunglückte
mußte sofort ins Lazarett geschafft werden. Mildtätige Nächstenliebe
den schwer Heimgesuchten angedeihen zu lassen, ist Menschenpflicht.
Einweihung der Kirche zu Schönefeld
am 14.11.1911
Am vergangenen Dienstag fand hierselbst unter Teilnahme der sämtlichen
Geistlichen der Umgegend sowie des Landrates unseres Kreises, des Geheimen
Regierungsrats Herrn von Sossel, die Einweihung des neu erbauten Gotteshauses
statt. Dasselbe ist nach den Entwürfen und unter Leitung des Königlichen
Regierungsbaumeisters Schonert (Steglitz) erbaut. Äußerlich tritt
es in Erscheinung als schlichter Backsteinbau mit Rundbogenstil und einem
15 Meter hohen Turm im Westen. Der Eingang führt durch den Turm. Die
Malerei im Innern hat Herr Kirchenmaler Fen (Friedenau) ausgeführt,
der besonders durch die harmonische Abtönung der Farben, belebt durch
verschiedene Sprüche und Liederstrophen, das Innere des Gotteshauses
aufs herrliche geschmückt hat. Nachdem zunächst eine kleine Abschiedsfeier
im Schulhause stattgefunden hatte, in welche, bisher die Gottesdienste abgehalten
worden waren, begab sich der Festzug zur Kirche, an deren Portal die Schlüsselübergabe
stattfand. Die Feier in der Kirche begann mit einem Chorgesang unter Leitung
des Herrn Lehre Weiß. Die Weiherede hielt Herr Generalsuperintendent
D. Köhler über Joh. 1, 29-41, in der er Freude darüber Ausdruck
gab, dass die Gemeinde nun wieder eine Herberge ihres Gottes habe. Nach
der von Herrn Superintendent Feller gehaltenen Eingangsliturgie legte der
Ortspfarrer Herr Pastor Bölke seiner Predigt Psalm 26,8 zugrunde: "Herr,
ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den ort , da deine Ehre
wohnt", in der er die Gemeinde zunächst auf den Grund dieser Liebe
zu Gott und sodann auf die Verpflichtung hinwies, die sich für sie
daraus ergibt. Die Schlußliturgie hielt wiederum der Generalsuperintendent.
Nach der kirchlichen Feier hielt ein Festmahl im Gasthofe des Herrn Frenzel
Gäste und Gemeinde noch mehrer Stunden beisammen. Möge das neue
Gotteshaus für die Gemeinde Schönefeld von dauerndem Segen sein.
- Wie wir hören, sind der neuen Kirche verschiedene Stiftungen gemacht
worden: Zwei gemalte Fenster von Gemeindegliedern aus Schönefeld, ferner
von anderer Seite eine Altarbibel und eine Altardecke, eine Kanzelbibel
und eine Taufsteindecke, und vor allem voneinem Luckenwalder Gönner
2000 Mark zur würdigen Ausschmückung des Innern des neuen Gotteshauses.
B.