Schöneweide
Wenn Sie über das Bild fahren, sehen Sie das Innere der Kirche
Gemeindekirchenrat Schöneweide/ Gottow:
Geschichtliches:
Kirchlich gehörte Schöneweide lange Zeit zum
Bistum Meißen. Innerhalb des Bistums war das Dorf in die Propstei
Zossen eingegliedert. Ende des 15. Jahrhunderts kaufte der Markgraf von
Brandenburg das Land Zossen und damit auch Schöneweide. Pfarramtlich
versorgt wurde die Kirche durch verschiedene Pfarrämter: Stülpe,
Christinendorf und Luckenwalde. Seit 1916 gehört Schöneweide zum
damals neuerrichteten Pfarrsprengel Woltersdorf.
Die Kirche in Schöneweide stammt aus dem Jahre 1753. Sie hatte mindestens
einen Vorgängerbau, der aber aus Holz errichtet war. Eine Glocke wurde
im Jahre 1798 in Berlin vom Gießer J.F.Thiele gegossen, die andere
im Jahre 1803 von E.L.W. Thiele. Die Kirche wird wie folgt beschrieben (H.E.Kubach
und J.Seeger, Die Kunstdenkmäler des Kreises Teltow, Berlin 1941 S.
170 f.): Äußeres: Turm und Schiff mit
Putzgliederung und Betonung der Ecken. Rahmung der Fenster durch Felderpilaster
mit Flachbögen und Schlußsteinen. Die Türen und die unteren
Fenster des Schiffes rechteckig. Der Turm, oben aus Fachwerk, springt über
einem kleinen Pultdach ein. Schallfenster rundbogig, über den Feldern
für die Zifferblätter weicht das Dachgesims im Bogen aus. Geschieferte
Schweifhaube mit Wetterfahne von 1753. Auf dem Schiff ein östlich abgewalmtes
Satteldach mit Fledermausluken.
Inneres: Flachgedeckt, getüncht. Dach: Kehlbalkendach
mit liegendem Stuhl, Hängewerk und Überzug, jedes vierte Gespärre
ein Binder. Einbauten: Emporen, 1772 erbaut, auf
toskanischen Holzsäulen, an allen vier Seiten, in der Längsrichtung
in zwei Rängen. Die Brüstung mit Felderteilung und profilierten
Balken. An der Schmalseite gegenüber dem Turm ist die Sakristei durch
eine Bretterwand abgeteilt. Darüber tritt an der Empore die einfache
Kanzel vor, mit Voluten auf dem Schalldeckel und Strahlensonne. - Holztaufe
mit quadratischem Fuß, Kuppenunterbau und Decke geschweift. Der achtseitig
Körper mit rundbogigen Feldern, darin die 1934 erneuerte Inschrift:
Meister Martin Mahler Bürger und Tischler in Trebbin, Christian
Schramme Kirchenvorsteher, Pfarrer Andreas Müller, Hanns Jänigke
Kirchenvorsteher
Wenn sie über das Bild fahren, erscheint der Grundriß der Kriche
Ende April 1945 brannte die Kirche infolge der Kampfhandlungen ab. Es blieben
nur noch die Grundmauern stehen. Deutsche Truppen hatten die Kirche unter
Feuer genommen, weil sie auf dem Kirchturm russische Scharfschützen
vermuteten. 1953 endlich konnte mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen
werden. Mit der Leitung wurde der Architekt Herbert Goetze aus Jüterbog
betraut. Gesamtkosten von 57.000 Mark mussten aufgebracht werden. Die Kirche
erhielt einen gemauerten Altar, auf dem mit Ziegelsteinornamenten Alpha
und Omega S zu sehen sind, sowie Kanzel und Taufstein ebenfalls aus Ziegelsteinen.
Es wurde eine Winterkirche angelegt sowie ein über der Winterkirche
befindlicher separater Versammlungsraum. Der Turm konnte jedoch nicht mehr
in seiner alten Höhe mit der Schweifhaube errichtet werden. Die Glocken
waren zu Kriegszwecken eingezogen worden. An ihrer Stelle erhielt die Kirche
2 Stahlglocken.
Die Wiedereinweihung der Kirche erfolgte am 12. September 1954 um 14 Uhr
mit einem festlichen Gottesdienst. Der Gottesdienst wurde von Superintendent
Forck und Pfarrer Koch gehalten.
Mitte
der 70-iger Jahre wurde die Kirche unter Leitung von Pfarrer Spree noch
einmal in Eigeninitiative und mit Hilfe vieler Schöneweider saniert.
Im Jahre 2001 konnte eine elektrische Läuteanlage installiert werden.
Gottesdienste finden in Schöneweide in der Regel alle vier Wochen statt.